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Verwirrspiel ums Erbe der falschen Witwe

 KATRIN KUNIPATZ

Das Amateurtheater bringt unter der Regie von Günter Haberstroh (M.) in diesem Jahr ein neues Stück von Andreas Kroll auf die Bühne. In die Rollen der Witwen schlüpfen (v.l.n.r.): Konstanze Mark, Ulrike Mitschke, Jacqueline Wirth-Hasler und Nadine Vogelsa | Foto: privat

"Die falsche Witwe" heißt das neue Stück des Amateurtheaters Kamenz. Im Mittelpunkt der turbulenten Komödie stehen wiederum vier befreundete Damen im reiferen Alter, von denen eine nach einer Verwechslung zur erbenden Witwe wird.

Es stammt wie schon die beiden zuvor aus der Feder von Andreas Kroll. "Sein Stil entspricht unserem Humor", erklärt Regisseur Günter Haberstroh. Außerdem sei es für das kleine Team durch die vielen Frauenrollen gut umzusetzen. Haberstroh hat es um einige Szenen erweitert.  Im Mittelpunkt der Geschichte steht Frieda, die gern Beerdigungen besucht, fälschlicherweise vom Pfarrer für die Witwe gehalten wird und nun auch erben soll. Das Publikum darf sich auf ein turbulentes und heiteres Stück freuen.

Bei den Proben geht es dagegen konzentriert zu. "Obwohl wir uns manchmal zur Contenance rufen müssen", sagt Jacqueline Wirth-Hasler. Bühnenerfahrung haben einige in der Schule oder beim Krippenspiel gesammelt. Nur Wolfgang Wendt spielte regelmäßig auf der Naturbühne in Reichenau. Beim Amateurtheater sei er in diesem Jahr "auf Drängen des Herrn Haberstroh" zum ersten Mal dabei. Wohl fühle er sich in der Runde der durchweg jüngeren Frauen, versichert der 67-Jährige. Die Damen quittieren dies mit Lachen. Für sie ist das Amateurtheater Ausgleich zum Alltag zwischen Beruf und Familie. Es beeindruckt, was sie bei nur zwei Probenstunden pro Woche innerhalb eines halben Jahres auf die Bühne bringen. Beim Textlernen hat jede ihr eigenes Rezept. 

Ulrike Mitschke spricht sich die Dialoge aufs Handy und hört es immer wieder an. Jacqueline Wirth-Hasler dagegen lernt erst während der Proben. Zu den Auftritten muss alles sitzen, denn eine Souffleuse gibt es beim Amateurtheater nicht. Die Kostüme stammen aus dem Theaterfundus oder werden zu Hause zusammengestellt. Nadine Vogelsang – mit 25 Jahren die Jüngste in der Runde – erzählt, sie habe die Kleidung von ihrer Oma bekommen. Bei Bühnenbild und Technik sind die Mimen auf Unterstützung angewiesen. Die Kulissen baut Bärbel Niesner aus Bulleritz. Um Licht und Ton kümmern sich die Verantwortlichen vom Stadttheater. Über diese Hilfe durch die Stadt Kamenz sind die Mitstreiter der Theatergruppe sehr froh.

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Amateurtheater etabliert. "Wir haben Stammpublikum, das regelmäßig kommt", erklärt Günter Haberstroh. Daraus erwachse auch eine gewisse Verpflichtung. Ein Grund, weshalb zur Premiere am Freitag, 28. Februar,  19.30 Uhr im Stadttheater alle fit sein müssen. Es müsste schon etwas Dramatisches passieren, um eine der Frauen vom Auftritt abzuhalten. Bei Ulrike Mitschke war im vergangenen Jahr wochenlang die Stimme weg, erst kurz vor der Premiere war glücklicherweise alles wieder gut. Nadine Vogelsang hat dafür schon mit einem Gips auf der Bühne gestanden. 

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