Märkische Allgemeine

Erfolgreiche Aufführungen am Wochenende im Kulturhaus Niemegk Jung und Alt auf der Bühne

Außerirdische können die Menschen nicht ändern. Das müssen sie allein schaffen. Diese Erkenntnis lehrte „Die Feenwette“. Hingegen braucht es nur eine mutige Großmutter beim Kaffeeklatsch im Städtchen, damit vier Damen gestehen: „Auch Omas brauchen Liebe“.

NIEMEGK. Die beiden Eigenproduktionen des Neuen Volkstheaters Fläming wurden am Wochenende erfolgreich als Doppel-Premiere gefeiert.

In „Die Feenwette“ – geschrieben von Hartmut Behrens – hat das Kinder- und Jugendensemble anschaulich und mit witzigen Dialogen dargestellt, dass Schule heute mehr ist, als ein Ort des Paukens. Wenn es da beispielsweise um Liebe geht, ist Treue nicht unbedingt das Ding der jungen Leute. Bei einem Streit braucht es auch keinen Plan, um den anderen eine auf die Nase zu hauen. Übereifrige Lehrer werden mit Abführmittel bestraft und sind für gewöhnlich überfordert. Dem Alltagsstress sind gar märchenhafte, gute und böse Feen nicht gewachsen. Sie bilanzierten zumindest für sich ein Unentschieden, um auf selbstbewusste Schüler von heute Einfluss zu gewinnen.

Die ältere Generation baut auf Lebenserfahrung. In „Auch Omas brauchen Liebe“ – nach einer Vorlage von Andreas Kroll – waren Mathilda (Verena Anhalt), Martha (Regine Pietrucha), und Thea (Carola Hausig) schnell dabei, sich die Herren anzuschauen, die auf eine Kontaktanzeige geantwortet hatten. Nur Frieda (Anita Matthäs) zierte sich anfangs. In dem zuweilen etwas deftig frivolen Bühnenspektakel gab es herzerfrischende Rendezvous mit einem vornehmen Grafen, einem Seebären (in beiden Rollen Hagen Heide), einem verwirrten Schuldirektor und einem durchgeknallten Künstler (in beiden Rollen Hans-Joachim Linthe). Am Ende waren alle vier Omas unterm Hut und eine Mahnung an das Kinder- und Jugendensemble gab’s gratis: Wenn nicht bald mehr für den Nachwuchs getan wird, gibt es bald keine Nummerngirls mehr, sondern – wie diesmal im Kulturhaus Niemegk – Nummern-Omas (Doreen Schumann) mit einem Rollator, auch AOK-Shopper genannt.

Im Jugendensemble spielten: Klara Schumann, Laura Senst, Leonie Blaurock, Pauline Riechers, Maja Jäger, Gina Willberg, Tabea Loose, Dorothea Müller, Verena Anhalt; Regie führten Torsten Lehmann und Verena Anhalt. (Von Gunnar Neubert)

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