Hessische-Niedersächsische-Allgemeine

Die Kuh Resi bleibt im Off

Caldener Spatzenköppe glänzen erneut mit Sketchparade

Nein, bitte keine Kuh: Mietwohnungsbewohnerin Frau Grammel (Brigitte Richter) wehrt sich verzweifelt gegen die Übergabeversuche des Gewinnüberbringers (Nikos Zielinsky).

© Foto: Binienda-Beer

Calden. Resi heißt der heimliche Star der aktuellen Spielzeit bei den Spatzenköppen im Gasthaus Zur Wilhelmshöhe. Eine stramme Schwarzbunte soll, so will es der Hauptsketch, als Supergewinn bei Frau Grammel im 10. Stock einziehen.

Wie aber eine Milchkuh vom Sinn eines Auftritts im Scheinwerferlicht überzeugen? Selbst in diesem Punkt wussten die Caldener Theaterenthusiasten eine praktikable Lösung.

Deren vierte abendfüllende Produktion kommt wieder als große Sketchparade daher. Witzige Theaterminiaturen sind längst das Markenzeichen der Spatzenköppe. Das Format, das sich bewusst von herkömmlichen Komödien in zwei oder drei Akten unterscheiden soll, trifft auf ein überwältigendes Echo: Alle acht Aufführungen sind längst ausgebucht. Unter dem Motto „Theater is(s)t“ nehmen die Besucher wieder ihre Plätze an locker gestellten Tischen ein, um den Theaterspaß mit einem kulinarischen Vergnügen zu kombinieren.

Herzhaftes Lachen

Das Sketche-Kaleidoskop mit dem Titel „Dopplereffekt“ (Buch: Andreas Kroll) ließ das Publikum am Premierenwochenende herzhaft lachen, die Rahmenhandlung inbegriffen. Welcher Schlamassel: Der Hausmeister des Veranstaltungsortes hat die Termine für die Generalprobe der einen Theatergruppe und der öffentlichen Aufführung einer anderen total verpeilt, nun stehen hinter dem noch geschlossenen Vorhang beide zum Spielen bereit. Ihre jeweiligen Ansager (Sabrina Homburg und Arndt C. Mützel) arrangieren sich notgedrungen, beide Gruppen dürfen dann spielen, und die Doppel-Show nimmt sogar bald mächtig an Fahrt auf.

Überzeugende Debüts

Dabei gibt Arndt C. Mützel ein überzeugendes Debüt, so wie auch Claudia Böttcher (gehört zum Ensemble der Wotansteiner aus Gudensberg), die in den vergangenen Jahren als Souffleuse mitgewirkt hatte und jetzt, nur drei Wochen vor der Premiere eingesprungen, selbst auf der Bühne steht. Seit dem Frühsommer haben die Amateure sich auf ihre neue Saison eingespielt. Künstlerprofis, André Koch und Uwe Neitzsch, stellten sich für die Bemalung der vielen Bühnenbilder auf Stoffbahnen zur Verfügung. Die textilen Kulissen wollen die Spatzenköppe zu einem späteren Zeitpunkt für einen guten Zweck veräußern. Für ein perfektes Erscheinungsbild der darzustellenden Figuren sorgt wieder Maskenbildnerin Beba Engel.

Nach 39 Sketchen dankt das Publikum im Saal mit langanhaltendem Beifall. Und die Sache mit Resi? Reine Illusion, sie bleibt im Off. Am straffen Strick, den Darsteller Nikos Zielinsky nur mit Mühe halten kann, zieht hinter dem Vorhang eine kräftige menschliche Hand.

Die weiteren Darsteller: Torben Tolusch, Brigitte Richter, Anika Braun und Christina Werner, Sarah Rohleder ist Souffleuse. (pbb)

Von Dorina Binienda-Beer

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