Osnabrücker Zeitung

Innenleben der Agentur für Arbeit

Einen Vorgeschmack hatten „Die Märchenhaften“ bereits gegeben: Beim „Bergfest am Piesberg“ hatte die Theatergruppe eine Szene ihres neuen Stückes vorgespielt. Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren für die Premiere am 12. Dezember im Piesberger Gesellschaftshaus. Titel: „Der Nächste bitte“.

„…die große Jobcenter-Kabarett-Show“, kündigt der Untertitel des Stückes von Andreas Kroll über das Innenleben der Bundesagentur für Arbeit an. „Da lacht der Arbeitslose. Und auch der Arbeitsvermittler. Und auch der arbeitslose Arbeitsvermittler“, wirbt der Verlag für das Stück. Eine Einschätzung, die Regisseur Carsten Steuwer teilt.

Seit Jahresbeginn proben „Die Märchenhaften“, die in Wallenhorst gegründet wurden, jeden Mittwoch für das Stück. Auf den letzten Metern werden nun alle Szenen noch einmal chronologisch durchgespielt, am 7. Dezember ist Generalprobe.

Vorhang auf für Maria Glaubke und Silvia Hülsmeier: In der ersten Szene möchte die Angestellte gerne „Arbeitsvermittlerin des Monats“ werden und versucht, der arbeitssuchenden und alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern auf jeden Fall einen Ganztagsstelle schmackhaft zu machen. Die Lösung: ein Job, bei dem man Hühner keulen muss. Im Warteraum machen es sich andere Arbeitssuchende derweil bequem. Da kann eine Picknickdecke für Wohlbehagen suchen. Oder man versucht, durch Bestechung in der Warteschlange ein wenig nach vorne zu rutschen.

Als „schmissige Komödie“ stuft Steuwer das Stück ein. Die Herausforderung für die Schauspieler: Sie dürfen in manchen Szenen zwar überziehen, aber es darf nicht zu platt werden, fordert der Regisseur. „Grotesk ja, aber nicht flacher Klamauk. Das ist die Gratwanderung.“

Im vergangenen Jahr hatte das Ensemble „Hysterikon“ von Ingrid Lausund gespielt. „Es ist nicht leicht, ein gutes Stück zu finden“, erklärt Monika Christiansen. Zum einen muss es das zwölfköpfige Ensemble umsetzen können, zum anderen habe die Gruppe auch „einen gewissen Anspruch“. „Der Nächste bitte“, passt nun in das Anforderungsprofil. Insgesamt sind vier Vorführungen im Piesberger Gesellschaftshaus vorgesehen. Nach der Premiere am 12. Dezember führen „Die Märchenhaften“ das Stück einen Tag später erneut auf. Die weiteren Termine sind am 16. und 17. Januar. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

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