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Warum tun sich das Frauen und Männer an?

Dass Männlein und Weiblein nicht zusammenpassen ist altbekannt. Wie es das Theater am Bahnhof erzählt, ist herzerfrischend 
Von Heike Heindl

Jetzt is a Ruah, die Bayern spuin ... Fotos: Heindl

Abensberg.Das neue Stück der Regisseurinnen Carmen Novak und Annett Krietzsch „Männer & Frauen passen einfach nicht zusammen“ von Andreas Kroll war ein Bombenerfolg am Freitag- und Samstagabend. In absoluter Höchstform präsentierte sich die ehemalige Kindergruppe des Theaters, nun zur Jugendgruppe gereift.

Da es sich um ein Thema handelt, mit dem die jungen Schauspieler in ihrem Leben noch keine eigenen Erfahrungen gemacht haben, ist die Darstellung beachtlich. Drei Sketche werden von erwachsenen Darstellern (Conny Biberger, Carmen Novak und Thomas „Dam“ Seeber) gespielt, die„Eiserne Hochzeit“, „Schläfst du schon?“ und „Ehetherapie“.

Die Stimmung im ausverkauften Theater war gigantisch, und so mancher Zuschauer sehnte die Pause herbei, um seinen Lachmuskeln eine Erholung zu gönnen. Im Eingang wurden die Gäste vom Theaterteam mit Erfrischungen verwöhnt. Auch nach der Pause hielt die Konzentration der jungen Darsteller. Sie zeigten in diesem Stück ihr ganzes Können.

Dem Affen näher als dem Menschen ...

Dass Männer den Affen näher sind als den Frauen und sie sich am liebsten den Geruch ihrer stinkenden Socken in die Venen spritzen lassen würden, wurde den Zuschauern im ersten Sketch der neuen Komödie im Theater am Bahnhof gezeigt. Aber auch die Frauen blieben nicht verschont: Sie seien mit geheimen Zweit- und Drittgehirnen, die sich an den Hüften befinden, ausgestattet – natürlich für alle unwichtigen Dinge des Lebens wie zum Beispiel Schuhe oder der Augenfarbe des Partners, mit denen sich ein Mann wirklich niemals belasten würde.

Wie man sich denken kann, wimmelt es in diesem Stück nur so von Konflikten. Hier geht es nicht um Konfliktlösungen, auch einen therapeutischen Ansatz wird man vermissen – im Gegenteil, es wird keine unangenehme Wahrheit über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen verschwiegen.

Ertappt: Schatz, fällt Dir an mir was auf?

Dass Männer und Frauen einfach nicht zusammenpassen, wird den Zuschauern anhand einer Folge von frechen Sketchen bewiesen. Da kämpft man(n) gegen ignorierte Ehefrauen während eines Fußballspiels und Frau gegen karriereorientierte, ignorante Ehemänner. Auch Engel und Teufel haben ihre liebe Mühe mit den Geschlechtern. Die Szene: Ein Teufel und ein Engel stehen hinter einem Paar. Während der Teufel dem Mann einflüstert, er solle das Ziel seiner Wünsche sich einfach nehmen, mahnt der Engel zur Romantik. Zeit lassen. Wie es kommen muss – des Teufels Einflüsterungen setzen sich durch. Und die Dame des Begehrens? Macht einfach mit. Eine Allegorie eben aus den verschiedenen Blickwinkeln: Männer sind Teufelchen und bei Frauen sind die Engelchen (auch) Teufelchen.

In einem Sketch wirkten manche Herren im Theater bei der alles entscheidenden Frage, bei der Männer absolut keine Chance haben, nämlich: „Schatz, fällt Dir etwas auf an mir?“ ziemlich betreten. Während die Frauen hier zumeist bestätigendes Lächeln aufsetzten. Auch bei den Psychotests, schnitten die Männer nicht so gut ab. Aber, was tut ein Hausmann, mit einer Ärztin verheiratet, nicht alles, um einen Porsche zum Geburtstag geschenkt zu bekommen? Er tröstet die drei sitzengelassenen Freundinnen seiner Frau, besorgt Taschentücher in Massen und Wärmflaschen für die Bauchschmerzen, während sich die Gattin auf den Weg in die Arbeit macht. Mit wohl wenig Erfolg ...

Der Besucher wird an die Hand genommen

Aber keine Angst, die Gäste werden in dieser Komödie nicht alleingelassen, denn ein Moderatorenteam aus einer Frau (Celina Fruth) und einem Mann (Julius Atzrodt) begleitet sie unterhaltend durch den Abend. Allein bei diesen Ansagen hielt sich das Publikum vor Lachen kaum mehr auf den Stühlen. Eine großartige Vorstellung endete mit einem großen Applaus. Absolut verdient!

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