Schwarzwälder-Bote

St. Georgen Starke Gefährten retten das Birkhuhn

Die Darsteller des Theaterstücks trugen zum Teil recht schrill anmutende Kostüme. Foto: Mittelstaedt

Von Harald Mittelstaedt

St. Georgen/Königsfeld. Das Theater an der Mühlstraße präsentiert in Adventszeit mit der Familienproduktion "Auf der Suche nach dem heiligen Ei" gleich fünfmal eine höchst unterhaltsame Fabel. Leider war die Premiere am Sonntag nur mäßig besucht.

Eigentlich haben sich Birkhuhn, Specht, Waldkauz und Steinadler buchstäblich "zum Fressen gern". Trotzdem lassen sie sich von einer Ente überreden, sie auf einer geheimnisvollen Suche zu begleiten. "Ich habe einer Wald-Fee das Leben gerettet, dafür hat sie mir ein Geheimnis verraten", lockt die Ente ihre ausgesuchten Begleiter. Ziel des zusammengewürfelten Federvieh-Haufens ist ein Ort, an dem es ein "Heiliges Ei" geben soll, das jedem Vogel die geheimsten Wünsche erfüllen könne.

Wie sich die seltsamen Weggefährten trotz aller Unterschiedlichkeit zusammenraufen und letztlich sogar zu Freunden werden, wurde von den jungen Darstellern bravourös auf der Bühne umgesetzt. Das Ensemble der beruflichen Zinzendorfschulen agierte bei der Familienproduktion "Auf der Suche nach dem heiligen Ei" von Autor Andreas Kroll sehr sicher und stellte die Charaktere der einzelnen Figuren gekonnt heraus. Zum guten Gesamteindruck trugen in hohem Maße auch die malerische Kulisse sowie die teils schrillen Kostüme bei.

Laut Regisseur Götz Kniess haben die Laienschauspieler ihre Rollen in gerade mal zwei Monaten einstudiert. Die imposante Kulisse wurde ebenfalls von ihnen gestaltet. Auch bei den Kostümen, die laut Kniess teilweise aus einem Fundus stammen, hätten sie tatkräftig bei der Umgestaltung mitgewirkt. So entstand ein Gesamtwerk, das sowohl vom schauspielerischen als auch optischen Eindruck her überzeugte.

Die kleinen Scharmützel zwischen den ungewöhnlichen Weggefährten brachten die Besucher ein ums andere Mal zum Lachen. Besonders, wenn sich der kecke Specht zu Wort meldete oder das ständig mit den Flügeln schlagende Birkhuhn seine Angst herausgackerte. Dass ausgerechnet das "Angsthuhn" aus dem Moor gerettet werden musste, kam deshalb nicht von ungefähr.

Zum Glück waren der schlaue Waldkauz sowie der starke Steinadler zur Stelle, um das Birkhuhn aus den Klammern des Moores zu befreien. Obwohl von der fetten Kröte, seitens des Spechtes respektlos als Molch bezeichnet, fehlgeleitet, konnte die gefiederte Schar endlich ihren Weg fortsetzen.

Ob sie ihr Ziel erreicht und das "Heilige Ei" gefunden hat, wird hier nicht verraten. Etwas schade war der sparsame Besuch bei der Premiere des unterhaltsamen Stückes. Nur etwas mehr als 30 Besucher sahen die großartige Leistung des Ensembles mit Christina Sülzle (Ente), Christine Schnatterer (Waldkauz), Miriam Wehrle (Specht), Jonas Rosenstiel (Steinadler), Jessica Kienzle (Birkhuhn),  Elvira Lackmann (Fledermaus), Daniela Beringhoff (Habicht/Kröte).

Wer die spannende und humorvolle Geschichte noch nicht gesehen hat, bekommt dazu am zweiten Adventssonntag, 9. Dezember, um 15 Uhr Gelegenheit. Auch diese Vorstellung kann als Premiere angesehen werden, da mit den Akteuren Sophie Engelberg (Ente), Julia Schafbuch (Waldkauz), Jasmin Dinger (Specht), Timo Kammerer (Steinadler), Daniela Jabs (Birkhuhn), Simone Serhowy (Habicht/Kröte), Josephine Paris (Fledermaus) eine vollkommen neue Besetzung zum Einsatz kommt.

Weitere Vorstellungen finden am 16. und 23. Dezember sowie am Zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, jeweils um 15 Uhr statt.

 

Aus dem Jahresbericht Theater im Deutschen Haus 2012:

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