Südkurier

Skurrile Typen in und um Kevin

Zinzendorfschulen bringen mit „Liebe, Sex und andere Nichtigkeiten“ Publikum zum Lachen

Die Spermien mit Zipfelmütze: So geht's zu im Stück an den Zinzendorfschulen. Bild: Schule Bild: Stephanie Wetzig

Königsfeld – Aufklärungsunterricht ist langweilig? Nicht, wenn der Kulturpädagoge Andreas Kroll ihn in ein Jugend-Theaterstück einbaut. Ein Literatur- und Theaterkurs der Zinzendorfschulen hat die ziemlich komische Groteske „Liebe, Sex und andere Nichtigkeiten“ im gut besetzten Haus des Gastes inszeniert.

Dann liefern sich Kevin und Heinzi ein Rennen, angefeuert von den anderen Spermien, die aussehen wie weiße Schlümpfe mit Zipfelmützen. Abgesehen von diesen – mit zunehmendem Alter des Körpers, in dem sie wohnen, immer seltener werdenden Ereignissen – ist den Spermien ziemlich langweilig.

In der Spermien-Universität stehen täglich sechs Stunden Sexualkunde-Unterricht auf dem Stundenplan, danach gibt es eine Stunde Sport: Wahlweise Sackhüpfen oder Schwimmen.

Schon nach der ersten Szene ist klar, dass es nicht unbedingt ein Stück für zartbesaitete Menschen ist: Oft sehr drastisch, aber nie vulgär und immer wieder rasend komisch. Etwa wenn – nachdem das depressive Spermium Kevin doch tatsächlich das Rennen gemacht hat und zum Mensch gereift ist – der junge Kevin (Louis Löffler) seine Mandy (Lorine Herzog) trifft. Mandy ist nämlich etwas speziell: Wenn sie telefoniert, dann tut sie nach eigenem Bekunden nur so als würde sie telefonieren – um Geld zu sparen. „Von dem Geld kauf ich mir ein neues Handy. Oder ‘n Mofa. Weiß ich noch nicht so genau.“

Kevin ist ein netter, romantischer Typ, wie sein Vater eher bedächtig, um so skurriler wirken die Typen, mit denen er immer wieder zu tun hat: Sei es eine Wanderniere, sein Freund Jürgen (Kerim Sahin), mit dem er sich als Jugendlicher das Flaschenbier und als Rentner die Parkbank teilt, Mandy, ihre Eltern oder die burschikose Hebamme (Tabea Jauch), die sein Baby zur Welt und ihn fast zur Verzweiflung bringt. „Ich möchte alle künftigen Mütter beruhigen: Hebammen sind nicht so wie auf der Bühne dargestellt“, sagte Bernhard Hering, der gemeinsam mit Götz Knieß Regie führte, in der Einleitung des Stückes.

Eine weitere Aufführung ist am 21. Juni im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen geplant, Beginn ist 20 Uhr.

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