Badische Zeitung

Omi will nicht nur ’ne Katze

Wenn eine Seniorin noch einen Lebensgefährten sucht, gibt’s Theater: Komödie von AWO-Schülern

AWO-„Schauspieler“ spielen im Sancta-Maria-Haus überzeugendes Theater. Foto: christoph breithaupt

LAHR. "Auch Omas brauchen Liebe" – eine rüstige Rentnerin gibt eine Zeitungsanzeige auf, um die Liebe ihres Lebens zu finden. Mit diesem Theaterstück sorgten die Schülerinnen und Schüler der AWO-Altenpflegeschule am im Seniorenheim Sancta Maria für beste Unterhaltung.

"Witwe, 62 Jahre alt, gut erhalten, hat das Alleinsein satt, sucht einen liebevollen Partner." Mathildas drei Freundinnen sind entsetzt, als sie von der Annonce hören, die sie in die Zeitung gesetzt hat. Doch die verteidigt sich: "Ich will eben nicht nur meine Katze streicheln." Von Kaffeekränzchen über Herzschrittmacher bis hin zu Anstandsdamen – die Schauspieltruppe bediente am Donnerstagnachmittag mit ihrem Stück beinahe jedes Klischee, das Rentner so umgibt. Dabei verfielen sie aber nicht in abgedroschene Vorurteile, sondern stellten die alten Herrschaften so lebendig und sensibel dar, dass sie für einen Lacher nach dem anderen sorgten.

Das Publikum kam vorwiegend aus dem Seniorenheim und freute sich sichtlich über die gestandene Rentnerin Mathilda, die sich nicht damit abfinden will, die Zeitung immer nur nach Todesanzeigen zu durchsuchen. Vier Herren melden sich auf ihre Anzeige hin, und sie will sich mit jedem treffen, begleitet von jeweils einer ihrer Freundinnen. Alle Bewerber sagen mit ihren Eigenarten genau einer der vier Damen zu. Ein Adeliger mit Landsitz und Oldtimer, der gepflegte Konversation treiben möchte; ein pensionierter Seebär, der am liebsten Krabbentorte mit Schlagsahne isst; ein etwas verwirrter Rektor einer Grundschule sowie ein Künstler, der eine Inspiration sucht.

Bei den Treffen kommt es zu allerlei Verwirrungen und Missverständnissen, eine Panne jagt die andere. Doch wie durch eine glückliche Fügung findet jede Frau zum Schluss den richtigen Partner. Heide Papke unterrichtet Pflege an der Altenpflegeschule und hat zusammen mit Religionslehrerin Maria Schmatteckert das Theaterprojekt betreut. Von ihr kam die Idee, mit den Schülerinnen und Schülern im letzten Lehrjahr ein Theaterstück aufzuführen. "Beim Theaterspielen muss man immer präsent sein und auf die anderen reagieren. Das ist auch im Umgang mit Demenzkranken wichtig", sagt Papke über den Hintergrund. Für die Schüler sei es eine neue, lohnende Erfahrung gewesen, ein Stück vor anderen zu präsentieren und dabei zum Beispiel auf eine deutliche Aussprache zu achten.

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