Toggenburger Tagblatt

Brilon-Totallokal: Riesenspaß mit Maul-Affen-Feil - Beifallstürme bei der Premiere von „Männer und Frauen“

brilon-totallokal:  Sechs Schauspieler in 32 verschiedenen Rollen am 2. November im vollbesetzten Kolpinghaus. Da blieb kein Auge trocken. Eine Lachnummer folgte der nächsten, insgesamt auf Kosten der Männer, was deren Begeisterung aber gar keinen Abbruch tat.

In verschiedenen Episoden durchschweifte Rammelhubers Tingeltangelgruppe alias Maul-Affen-Feil die so gar nicht komplizierte Welt der Männer im Zusammenspiel mit der weitaus vielschichtigeren der Frauen. Ob Telefontratsch mit der Freundin in Lockenwicklern und beim Bügeln, während „Er“ es sich Zeitung lesend im Sessel wohl sein lässt, - ob Kaufrausch mit Abstellen der besseren Hälften als Paketesel, - ob Reizen bis zum geht nicht mehr des blauweiß vorm Fernseher (Fußball!“) klebenden Gatten mit einem gelben Schal und Borussia Schlager, - ob die eindeutig durch gähnende Leere im Verbandskasten geklärte Frage nach der handwerklichen Geschicklichkeit der Männer, nicht zu vergessen natürlich die im eigenen Heim mit zunehmenden Ehejahren eher übersichtlichen Bettgeschichten, die Wehleidigkeit von Männern, wenn sie mal ein klein bisschen was haben und ihre latent verdrängten Träume in Bezug auf den Umgang mit dem anderen Geschlecht , sofern es nicht das ihnen lebenslang zugeordnete ist, da fehlte nichts an Klischees mit dem Körnchen oder manchmal auch Korn Wahrheit.

Überspitzt, mit großartiger Mimik und sprühender schauspielerischer Freude, begleitet von fetziger punktgenau landender Musik und unter Einbeziehung des Publikums, inszenierte Maul-Affen-Feil den vom Autor Andreas Kroll gewollten Wortwitz in allseits bekannten Alltagssituationen des „Dramas Beziehung“. Fazit: „Männer sind mehr Teufelchen als Engel, aber Frauen sind oft auch als Engelchen Teufelchen“. Und während Frauen viele Nischen finden, ihre Sehnsüchte zu erfüllen, ist „für Männer der Kopf die einzige Rückzugsmöglichkeit, denn die Gedanken sind frei“, und keine Frau könne dahin folgen, denken sie zumindest. Die im Vorfeld gestellte Frage, ob die andere Spielweise in Brilon ankommen wird, ob „das kultivierte Bergdorf mit bäuerlichen Ureinwohnern“ den Nervenkitzel der Geschwindigkeit, der Verwandlung, der Arbeit mit verschiedenen Dialekten in einem Episodenstück annehmen wird, hat sich erübrigt. Frenetische Zwischenbeifälle und stehende Ovation am Schluss - mehr als angekommen und angenommen!

31.500 Euro hat die Briloner Laienspielgruppe Maul-Affen-Feil seit Auftrittsbeginn 2008 an verschiedene Institutionen und Vereine gespendet. Auch der Erlös der diesjährigen Saison wird für einen guten Zweck verwendet. Möglich wurde die Inszenierung auch in diesem Jahr wieder dank der starken Unterstützung vieler Briloner Geschäfte und Firmen und der vielen helfenden Hände, die bei den Vorbereitungen mit angepackt haben.

Text und Foto: Barbara Aulich

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