WAZ

Maul-Affen-Feil

Nach dem „weißen Wolfgang“ geht es weiter

"Männer und Frauen" heißt das neue Theaterstück das die Gruppe Maul-Affen-Feil derzeit probt. Im Bild v.l.: Lars Flenner, Melanie Hentschel, Stefan Scharfenbaum, Martina Papenbrock, Verena Kleine und Reinhard Becker.

Brilon.Gute Nachricht gefällig? „Maul-Affen-Feil“ spielen weiter. Auch in diesem Jahr gibt es eine Inszenierung und auch diesmal werden die Zuschauer Schlange stehen, um einige der begehrten Tickets zu bekommen.

Maulaffen feilgehalten haben im vergangenen Jahr allein 1850 Theaterbesucher im Briloner Kolpinghaus. Fünfmal hieß es „Ausverkauft!“, als der „Weiße Wolfgang vom Rösslsee“ mit getigerter Unterbuxe unterm Schottenrock in hochadeligen englischen Kreisen sein Unwesen trieb. 9000 Euro kamen allein durch die Eintrittsgelder zu dieser aufwändig und intelligent gemachten Komödie zusammen. Damit hat die Theatergruppe seit ihrem Bestehen 2008 schon insgesamt 31 500 Euro eingespielt und an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. Bravo!

Der „Weiße Wolfgang vom Rössl-see“ war allerdings eine Besonderheit. Stefan Scharfenbaum und Matthias Kappe hatten das Stück selbst geschrieben. Und wer es gesehen hat, der weiß, dass sich so etwas nicht mal eben toppen lässt. „Wir haben in das Rössl alles reingepackt, was geht und was uns in den vergangenen Jahren immer wieder mal so an Unsinn in den Sinn gekommen ist. Das war ein Prozess, der jetzt erstmal wieder zwei, drei Jahre dauern wird“, sagt Stefan Scharfenbaum, der auch in diesem Jahr Regie führt.

Einige „Maul-Affen-Feiler“ haben schon mit sich gerungen, ob es 2012 weitergeht oder nicht. Jeder Akteur ist berufstätig, hat irgendwo ein Privatleben und muss die Zeit für Proben und Aufführungen irgendwo abknapsen. Matthias Kappe ist zum Beispiel diesmal nicht dabei. Dafür machen aber wiederum andere mit, die 2011 ausgesetzt hatten. Die Gruppe ist mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo sie sich nicht mehr fragt: Spielen wir oder spielen wir nicht. Es geht nicht nur um Spaß, 31 500 Euro für gemeinnützige Zwecke sind schon fast eine Verpflichtung. Und vermutlich geht es allen „Maul-Affen-Feilern“ so wie Stefan Scharfenbaum: „Ich kann nicht anders, das ist eine Sucht.“

Von Anfang an haben die Laienschauspieler aber auch vielfältige Unterstützung erfahren. Denn die Idee, den Erlös aus den Veranstaltungen z.B. krebskranken Kindern zu stiften, löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. „Wände für Kulissen tapezieren, Requisiten ausleihen, Schnittchen schmieren und liefern, Saalmiete übernehmen - egal, wo die Gruppe anfragte, jeder war sofort bereit zu helfen.

Männer und Frauen

Gespielt wird übrigens diesmal das Stück „Männer und Frauen“ von Andreas Kroll. „Wir haben uns mehrere Vorlagen angeschaut. Bei manchen Stücken kann man nach fünf Seiten das erste Mal schmunzeln. Hier haben wir nach drei Seiten lauthals gelacht“, sagt Stefan Scharfenbaum. Eigentlich wollten die Akteure erst Ende Mai mit den Proben starten. „Aber als wir uns die ersten Episoden laut vorgelesen hatten, waren wir ganz heiß drauf, sie auch jetzt schon mal zu spielen.“ Daher wird bereits in der Aula des Gymnasiums geprobt. Sechs Akteure schlüpfen in 32 Rollen und es geht um das typische Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern. Und weil es sehr viel fliegende Kostümwechsel gibt, liegen auch schon sechs Kleiderständer sowie die ersten Perücken, Anzüge und Kleider parat. Scharfenbaum: „Momentan brüllen wir uns vor Lachen völlig weg. Bis zum November haben wir uns aber ganz bestimmt ausgelacht und gelernt, bei den Gags keine Miene zu verziehen.“
Infos auch unter www.maulaffenfeil-brilon.de

Von Thomas Winterberg

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