Frankfurter Neue Presse

Spannung pur mit Privatdetektiv John Stanky

Die Theatergruppe Querbeet aus Hahnstätten begeisterte ihr Publikum mit ihrem ersten Krimi: Mit dem Stück "Stanky, John Stanky, Privatdetektiv" von Andreas Kroll kam Spannung auf die Bühne.

Das Hauspersonal ist nicht so friedlich wie es zunächst aussieht: Sarah Saal und Dieter Sanio begeisterten als Hausmädchen und Butler.

Zollhaus/Hahnstätten. 

Wilder Wortwechsel: Die Sekretärin Olivia (Uli Kübeler) will kündigen, die Gründe dafür liegen auf der Hand. Ihr Chef, Privatdetektiv John Stanky (Harald Schrinner), ist nicht davon begeistert, aber sicher, dass sie es nicht ernst meint. So startet das neuste, frische Stück der Theatergruppe Querbeet, das den Zuschauer mitten hinein in ein turbulentes Treiben in den 1930er Jahren zieht.

Das Stück rund um einen neuen, mörderischen Auftrag von John Stanky scheint dem Ensemble wie auf den Leib geschnitten. Die Darsteller gehen ganz in ihren Rollen auf, die Umsetzung trägt die "Handschrift" der Gruppe: irgendwie anders, unverkrampft, komisch, aber nicht albern. Sie spielen mit den verschiedensten Stilmitteln, haben Lust auf Formen der Theaterkunst: So geht nicht etwa bei den Umbauphasen der Vorhang zu, sondern ganz offen tragen die Charaktere Tische hinaus, drehen Bilder um oder tragen Neues hinein. Das erzeugt Neugier beim Zuschauer, denn nicht nur die Darsteller, die bereits aufgetreten sind, sondern auch jene, deren Auftritt noch folgt, sind daran beteiligt. Der Wissensdurst will gestillt werden: Wie könnte diese Figur dazugehören? So ist der Zuschauer immer dabei und nicht abgelenkt. Auch wirken die Darsteller manchmal wie eingefroren. Ein besonders nette und das Stück auf ungezwungene Art vorantreibende Idee ist es, die Gedanken des Privatdetektivs mit Aufzeichnungen hörbar zu machen.

Der brisante Fall, der den bürgerlichen John Stanky undercover in das Adelshaus treibt, bringt die ganze Sippe durcheinander, biestige Tanten und das Hauspersonal. Sie alle – Olivia Shoemaker (Uli Kübeler), John Stanky (Harald Schrinner), Alice Sutherland (Julia Schrinner), Elizabeth Bellingham (Jeanette Schmittner), Alfred (Dieter Sanio), Claire (Sarah Saal), Audrey Winston (Silke Siraf) und Ashley Winston (Sandra Kappes) – spielen ihre Rolle wunderbar, voller Leidenschaft und geben dem Stück ihren ganz persönlichen Touch. Besonders aber trifft Annika Kabke in ihrer Rolle als Tante Helen den Nerv der Zuschauer. Das liegt zum einen an der tollen Rolle selbst, weil die schrullige Tante, die eigentlich alles "schön" findet, die falschen Antworten zur falschen Zeit parat hat und mit ihren wenigen "hellen Momenten" das Stück heiter vorwärtsbringt. Vor allem aber hat sie diese Rolle ganz hervorragend umgesetzt: bis ins kleinste Detail, von Mimik bis hin zur Kleidung passte einfach alles. Satte 120 Minuten ist sie in ihrem Element – so wie der Rest von Querbeet auch. Liebevolle Requisiten, bei denen sie auf die Unterstützung von Irmgard Degenhard von der Heimatsammlung zählen durften, runden das Stück ebenso wie die eingespielte Musik ab.

Am Samstag, 17. November, 20 Uhr, und Sonntag, 18. November, 18 Uhr, ist das Theater mit seiner Inszenierung auf der Bühne des Familiensaals des Dorfgemeinschaftshauses Hahnstätten zu Gast. Karten gibt es für neun Euro (ermäßigt sechs Euro, Abendkasse elf Euro) in der Metzgerei Bremser, der Gemeindebücherei Hahnstätten und im Ratsstübchen.

(Nadja Quirein)

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