Westdeutsche Zeitung

Wülfrath: Fußballgeschichte(n) - "Früher war ich schüchtern"

Von Thomas Reuter

Neues Projekt der Theater AG der Hauptschule feiert nun Premiere.

Fühlen sich selbstbewusster und mutiger durchs Theaterspiel: Rebecca Götte (links) und Sabrina Seidler. Simone Bahrmann

Fühlen sich selbstbewusster und mutiger durchs Theaterspiel: Rebecca Götte (links) und Sabrina Seidler.

Wülfrath. Die Disco ist wieder ein Theater: Die schauspielernde AG der Hauptschule Wolverothe probt in dieser Woche täglich für ihr neues Projekt: "Fußball-Geschichte(n)" - eine Art Theater-Show von Andreas Kroll.

In 20 Szenen wird gezeigt, was die Neandertaler schon mit Fußball anzufangen wussten, und welche Rolle der Ballsport in der Gegenwart spielt: Fußball zwischen Mann und Frau, Fußball zwischen Trainer, Manager und Vereinschef, Fußball zwischen Hooligan und Sozialarbeiter. . . Premiere ist am Dienstag, 24. April, um 10 Uhr im Jugendhaus In den Eschen.

Projektwoche statt Unterricht: Die Theater AG fiebert den Aufführungen entgegen und arbeitet hart daran. Dass diese Gruppe mehr als nur Pause vom Schulalltag ist, hat Lehrerin Walburga Lambrecht, Regisseurin und Produktionsleiterin, wiederholt betont: Die Theater-AG trage seit vielen Jahren positiv zum Profil der Hauptschule bei. Von herausragender Bedeutung sei die AG aus p+ädagogischer Sicht für die Akteure. "Das Schauspielen ist wichtig für das Selbstwertgefühl", sagt Walburga Lambrecht.

Die Akteure bestätigen diese These. Zum Beispiel Rebecca Götte. Die 17-Jährige ist in verschiedenen Rollen zu sehen. "Ich war immer schüchtern. Die Theater-AG hat mir den Schritt ins Selbsbewusstsein ermöglicht", sagt die Zehntklässlerin. Über die Theater AG sei sie auch zum Theater Minestrone gestoßen, wirkt da bei der aktuellen Inszenierung von "Der Zauberlehrling" mit. Überhaupt, verrät sie, könne sie sich eine Schauspielkarriere vorstellen. "Wenn es mit der Arzthelfer-Ausbildung nicht klappt, gehe ich zur Schauspielschule", sagt sie strahlend.

Ihre Freundin Sabrina Seidler pflichtet Rebecca bei. "Die AG hat mich mutiger gemacht. Vorher habe ich nie mit anderen Leuten gesprochen. Jetzt habe ich Selbstbewusstsein." Es ist spürbar, wie stolz sie ist, dabei zu sein.

Das Spiel mit Laiendarstellerin - für Theaterpädagogin Ute Kranz, die Walburga Lambrecht in dieser Woche unterstützt, hat dies einen ganz besonderen Reiz. "Die jungen Leute sind noch nicht von Technik verhunzt, noch nicht abgezockt", sagt sie im Gespräch mit der WZ. Daher würden Laien viel natürlicher auf der Bühne agieren. Dass Theaterspiel für die jungen Hauptschüler auch Motivation ist, kann Kranz nachvollziehen. "Da werden Türen im Kopf geöffnet."

"Da hat vieles Wortwitz", sagt Walburga Lambrecht über die "Fußballgeschichte(n)". "Man kann lachen, aber es gibt auch ernste Seiten", beschreibt Sabrina Seidler (13) das Spiel. "Auf jeden Fall werden die Besucher viel Spaß haben", verspricht sie.

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